Espresso - Wer gönnt sich nicht gern mal den kleinen Koffeein-Kick mit der gewissen Note italienischer Lebensart! Ob nach dem Essen, zur Verdauung, oder als aromatischer Muntermacher zwischendurch - danach kann es beschwingt weitergehen!

Auf Versuche zur maschinellen Herstellung von Espresso stoßen wir bereits im 19. Jahrhundert, als diverse Entwürfe patentiert wurden. Die besondere Herausforderung dabei bestand vor allem in der Erzeugung des notwendigen Drucks. Als Erfinder in Italien gilt Angelo Moriondo, der 1884 ein Patent einreichte. Jedoch schon 1855, auf der Weltausstellung in Paris, soll Luigi Bezzera einen Prototyp gezeigt haben, konnte diesen jedoch nicht vor 1901 vermarkten.

Heute gibt es eine Vielzahl hochprofessioneller Espressomaschinen, die in der Regel auch Cappuccino, Latte Macchiato und andere Kaffeespezialitäten brühen können. Die Geräte werden nach folgenden Bauweisen unterschieden:

• Manuelle oder Kolben-Espressomaschine
Bei der typischen Kolbenmaschinen mit Siebträger, die in den 1950er und 1960er Jahren üblich war, wird der Druck, der zur Extraktion des Kaffees benötigt wird, mit Hilfe eines Kolbens und eines daran befestigten langen Hebels aufgebracht. In geringen Stückzahlen werden solche Geräte auch heute noch von einigen Herstellern produziert.

• Halbautomat
Bei dieser Bauweise wird der Druck mittels einer elektrisch betriebenen Pumpe erzeugt. Es existiert nur ein einziger Schalter, mit dem sich die Pumpe einfach nur ein- und ausschalten lässt.

• Vollautomat
Darunter versteht man in der Gastronomie ausschließlich Siebträger-Maschinen, die - im Gegensatz zum Halbautomaten - die Wassermenge elektronisch messen und nach einer bestimmtem Menge die Pumpe von selbst abschalten.

• Supervollautomate
Diese Maschinen kamen in der Gastronomie erst Mitte der 1990er Jahre auf. Sie automatisieren die komplette Espressozubereitung und verfügen über ein oder mehrere eingebaute Mahlwerke für verschiedene Kaffeesorten. Der komplette Vorgang - Mahlen, Pressen, Extrahieren, Sudausstoß - erfolgt vollautomatisch auf Knopfdruck. Da der Begriff "Vollautomat" bereits besetzt war, wurde für diese weitergehend automatisierten Geräte der Begriff "Supervollautomat" geprägt.
Seit einigen Jahren existieren Systeme, die vollautomatisch Milch aufschäumen. Dazu wird Milch aus einem Behälter angesaugt, durch einen Dampfstrahl mit Luft aufgeschäumt, dabei erhitzt und über eine Leitung direkt in die Tasse geleitet. Dieses System (Cappuccinatore) findet sich sowohl in superautomatischen als auch in automatischen und semiautomatischen Maschinen. Den Siebträgermaschinen vorbehalten blieb bisher das Turbosteam-System, bei dem der Bediener nur ein Kännchen mit kalter Milch unter die spezielle Düse stellen muss. Auf Knopfdruck werden heißer Dampf aus dem Kessel und Druckluft aus einem Kompressor in die Milch geschossen, bis ein Sensor das Erreichen einer eingestellten Temperatur registriert. Der so erzeugte Schaum ist bei richtiger Einstellung cremiger, feinporiger und besser temperiert als derjenige eines Cappuccinatore.

Alle Maschinenarten werden in verschiedenen Gruppenzahlen (1 bis 5) angeboten Unter Gruppe versteht man eine Einheit aus Wärmetauscher, Brühkopf, Sieb und Siebträger (und bei Vollautomaten einer Dosiereinheit aus Flussmesser, Elektronik und Bedientafel).

Zur Wassererhitzung gibt es folgende Systeme:

- Einkreissystem
Anfänglich wurden fast ausschließlich Geräte mit Einkreissystem gebaut, bei denen das Brühwasser aus einem großen Kessel entnommen wurde. Der Nachteil bei diesem Prinzip besteht darin, dass ein Kompromiss zwischen Brühtemperatur und ausreichendem Dampfvolumen eingegangen werden muss. (Haushaltmaschinen lassen sich von einer niedrigen Brühtemperatur auf eine hohe Dampftemperatur umschalten)

- Zweikreissystem
Heutzutage am gängigsten ist das Zweikreissystem, bei dem zum Brühen nur Frischwasser und kein Kesselwasser verwendet wird. In einem Kessel mit einem Volumen zwischen 5 und 20 Litern wird Wasser auf etwa 120 °C erhitzt. Der Kessel wird nur zu etwa zwei Dritteln gefüllt und so bildet sich mit dem entstehenden Dampfdruck eine Wasserphase (unten) und eine Dampfphase (oben). Durch Leitungen lassen sich hier Wasser und Dampf zum Schäumen entnehmen. Pro Gruppe ist jeweils ein Wärmetauscherin in den Kessel eingelassen. Dieser Wärmetauscher, der nur einige hundert Milliliter Wasser fasst, wird durch das Wasser der dazugehörigen Brühgruppe geleitet.

- Dualboilertechnik
Bei der Dualboilertechnik wird ein Dampfkessel verwendet und ein oder mehrere kleine Brühkessel, deren Temperatur vollkommen unabhängig vom Dampfkessel und sehr konstant ist. Diese Technik ist seit einigen Jahren auf dem Vormarsch.

- Thermoblock-Espressomaschinen
Diese Maschinen funktionieren ohne Boiler; Das Wasser wird direkt in einem elektrischen Durchlauferhitzer erwärmt und mittels Vibrationspumpe transportiert. Solche Espressomaschinen können bereits zwei Minuten nach dem Einschalten Espresso zubereiten, haben aber keine Brühdrucksteuerung.


Noch eine kleine historische Anekdote zum Schluss:
1938 hatte Achille Gaggia ein Patent angemeldet, bei dem Wasser unter Druck durch Kaffeepulver gepresst wurde. Einer Legende nach, war man anfangs überrascht, dass das extrahierte Getränk mit Steigerung des Drucks plötzlich eine schaumige Krone, die sogenannte Crema, erhielt. Damalige Espressotrinker waren gar dermaßen skeptisch, dass Maschinenhersteller sich genötigt fühlten, ihren Espresso "mit natürlicher Crema" (italienisch: ,con crema naturale') anzupreisen, um nicht in den Verdacht zu geraten, chemische Zusätze beizumischen.

Produktübersicht:

Espressomaschine 1-gruppig

Espressomaschine 1-gruppig

Espressomühle

Espressomühle